Gefahrenabwehrzentrum Ennepe-Ruhr stößt vor Inbetriebnahme auf großes Interesse
Das Gefahrenabwehrzentrum des Ennepe-Ruhr-Kreises in Ennepetal stößt schon vor der geplanten Inbetriebnahme im Sommer 2027 über die Kreisgrenzen hinaus auf großes Interesse. In den vergangenen Tagen besuchten zahlreiche Landräte aus Nordrhein-Westfalen die Baustelle an der Strückerberger Straße. Im Mittelpunkt standen das Konzept des Zentrums, die geplanten Nutzungen sowie der fachliche Austausch rund um Bevölkerungsschutz und Krisenvorsorge.
Landrat Jan-Christoph Schaberick verwies darauf, dass sich viele Kreise derzeit mit der Frage beschäftigen, wie sie sich für größere Schadenslagen und Krisen besser aufstellen können, welche Strukturen Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz brauchen und wie sich Aufgaben sinnvoll an einem Standort bündeln lassen. Vor diesem Hintergrund sei nachvollziehbar, dass das Gefahrenabwehrzentrum auf großes Interesse stoße.
Gemeinsam mit Christian Kappenhagen, dem für den Neubau verantwortlichen Fachbereichsleiter der Kreisverwaltung, und Martin Weber, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz, führte Schaberick die Gäste über das 17.500 Quadratmeter große Gelände.
Geplante Nutzung des Geländes
Seit August 2023 entstehen auf der Fläche direkt neben dem Gebäude der Kreispolizeibehörde Hallen-, Lager- und Serviceflächen für Fahrzeuge und Material des Bevölkerungsschutzes, Einrichtungen für die theoretische und praktische Aus- und Fortbildung sowie für Übungen von Einsatzkräften des gesamten Bevölkerungsschutzes, Büroräume und die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst.
Schaberick betonte, dass mit dem Gefahrenabwehrzentrum nicht nur in Gebäude und Technik investiert werde. Zugleich sollten leistungsfähige Strukturen für die Sicherheit der Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis geschaffen werden. Auch die neu verfügbaren Flächen würden möglichst effizient und effektiv genutzt. In diesem Zusammenhang verwies er auf den zuletzt noch beschlossenen Einzug der Abteilung Veterinäramt und Lebensmittelkontrolle.
Möglich geworden sei dies, weil die Kreisverwaltung während der bereits laufenden Bauarbeiten entschieden habe, Büroflächen in der Nutzung weiter zu verdichten und die Auslastung des Gebäudes so auf der Zielgeraden weiter zu erhöhen.
Interesse an Bündelung und Tankanlage
Als besonders bemerkenswert bewerteten die Gäste unter anderem das Zusammenziehen von Mensch und Material des Bevölkerungsschutzes der Kreisverwaltung von bisher vier an künftig einen Standort sowie das Schaffen einer zentralen Anlaufstelle für die mehr als 4.000 Kräfte, die sich im Ennepe-Ruhr-Kreis in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr engagieren.
Auch die Tankanlage stieß auf großes Interesse. Mit ihrer Kapazität von 60.000 Litern Diesel soll sie die Einsatzfähigkeit von Bevölkerungsschutz und Rettungsdienst auch bei länger andauernden Versorgungsausfällen sichern.
Weber hob hervor, dass beim Bevölkerungsschutz alle Beteiligten viel voneinander lernen könnten und Lösungen einer Kommune nicht selten auf andere Kommunen übertragbar seien. Der Austausch bei den Rundgängen durch das Gefahrenabwehrzentrum sei deshalb für alle Beteiligten ausgesprochen wertvoll gewesen.