„Verfahrenslotsinnen informieren“: FASD im Fokus im Kreishaus Detmold

Im Kreishaus in Detmold hat die Veranstaltung „Verfahrenslotsinnen informieren … alles rund um das Thema FASD“ großes Interesse geweckt. Im Mittelpunkt stand die fetale Alkohol-Spektrum-Störung (FASD), ein Thema, das nach Angaben der Pressemitteilung viel zu selten öffentlich besprochen wird, obwohl laut Drogen- und Suchtbericht des Bundes schätzungsweise rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind.
Bereits geringe Mengen Alkohol während der Schwangerschaft können dem ungeborenen Kind schaden und irreversible Schädigungen verursachen, die Betroffene ein Leben lang beeinträchtigen können. Über diese Folgen informierte Birte Schilling vom Kompetenzzentrum FASD OWL und gab den Teilnehmenden einen umfassenden Einblick in eine der häufigsten angeborenen Beeinträchtigungen in Deutschland.
Einblick in Alltag, Herausforderungen und Unterstützung
Schilling erläuterte, wie FASD entsteht, welche Herausforderungen Betroffene im Alltag erleben und wie Angehörige, Fachkräfte und Pädagogen gezielt unterstützen können. Dabei machte sie nach Angaben der Pressemitteilung mit Fachwissen und Einfühlungsvermögen deutlich, was es bedeutet, mit FASD zu leben, und wie wichtig Verständnis und Akzeptanz sind.
Besonders eindrücklich war demnach ein von ihr aufgenommenes Interview mit betroffenen Kindern und inzwischen erwachsenen Betroffenen. Sie berichteten, wie FASD ihren Alltag prägt und mit welchen Vorurteilen sie konfrontiert sind. Die persönlichen Schilderungen hätten stärker gewirkt als jede Statistik.
Erfahrungen aus der Selbsthilfe
Auch Rüdiger Prinz von der Selbsthilfegruppe FASD OWL berichtete offen aus seiner langjährigen Erfahrung als Pflegevater und aus 30 Jahren Selbsthilfegruppe. Er sprach über die Höhen und Tiefen des Alltags, über Rückschläge und über Erfolge, die meist mit viel Geduld verbunden sind. Unter anderem schilderte er den beruflichen Erfolg seines Pflegekindes und den Weg dorthin.
Die Verfahrenslotsinnen des Kreises Lippe, Sabine Hilkemeier und Monika Heel, zogen ein positives Fazit. Sie bewerteten die Veranstaltung als sehr wertvoll, um für FASD zu sensibilisieren und die Beeinträchtigung ernst zu nehmen. Nach ihrer Einschätzung brauchen Betroffene kein Mitleid, sondern Aufklärung, Geduld und echte Unterstützung.
Weitere Informationen
Weitere Informationen für Betroffene, Angehörige oder Interessierte gibt es im Internet unter www.fasd-kompetenzzentrum-owl.de.