Breitbandausbau im Kreis Lippe: Förderantrag für 14.000 Adressen
Der Kreis Lippe hat gemeinsam mit neun lippischen Kommunen einen Antrag für den geförderten Breitbandausbau gestellt. An dem Verfahren beteiligen sich die Städte Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lage, Lemgo, Lügde und Schieder-Schwalenberg sowie die Gemeinden Extertal, Leopoldshöhe und Schlangen.
Der gemeinsame Antrag umfasst den Ausbau für rund 14.000 Adressen beziehungsweise rund 16.800 Haushalte. Die geschätzte Fördersumme liegt bei etwa 56,7 Millionen Euro. Nach Angaben von Landrat Meinolf Haase wird eine Entscheidung über den Förderantrag bis Ende des Jahres erwartet. Sollte die Bewerbung erfolgreich sein, sollen nach den Berechnungen des Kreises rund 600 Kilometer neue Glasfasertrassen verlegt und weitere 170 Kilometer vorhandene Infrastruktur mitgenutzt werden.
Der Kreis Lippe koordiniert das Großprojekt über seine Stabsstelle Digitalisierung. In den teilnehmenden Kommunen haben die Bürgermeister über die derzeitige Ausbausituation und die Kosten informiert. Torben Blome, Co-Sprecher der lippischen Bürgermeisterkonferenz, verwies auf die Zusammenarbeit und die Abgabe des Förderantrages in Berlin als eine entscheidende Weichenstellung.
Hintergrund zum Glasfaserausbau
Das aktuelle Förderprogramm „Gigabit-Richtlinie 2.0“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung wurde am 31. März 2026 auf Bundesebene veröffentlicht. Antragsfrist war der 15. September.
Je nach Finanzlage der beteiligten Kommunen liegt die Förderquote bei 85 bis 95 Prozent. Förderfähig sind Adressen mit Bandbreiten unter 300 Mbit/s im Download und unter 150 Mbit/s im Upload, sofern sie nicht durch einen Netzanbieter in den nächsten fünf Jahren mit höheren Bandbreiten versorgt werden.
Bereits von 2016 bis 2023 hat der Kreis Lippe mit 15 kreisangehörigen Kommunen einen geförderten Breitbandausbau durchgeführt. Dabei wurden rund 15.000 Haushalte mit einer Fördersumme von etwa 27 Millionen Euro erschlossen. Im Fokus standen Adressen mit einer Versorgungsrate unter 30 Mbit/s.
Der eigenwirtschaftliche, nicht geförderte Ausbau durch Netzanbieter hielt sich in der Folge in Grenzen. Teilweise wurden auch angekündigte Netzausbauten nicht realisiert.
Aktuell weist der Kreis Lippe laut Gigabit-Grundbuch des Bundes einen durchschnittlichen Glasfaseranteil von rund 72 Prozent auf. Die Durchschnittswerte für Nordrhein-Westfalen und für die gesamte Bundesrepublik betragen rund 85 Prozent beziehungsweise 81 Prozent.
Weitere Informationen gibt es unter dem Stichwort „Breitbandausbau“ auf der Website des Kreises Lippe unter www.kreis-lippe.de.