ver.di kritisiert WDR-Pläne zu Programmverknappung und Stellenabbau

WDR plant Einschnitte: 76 Programmangebote weniger, bis 2030 Halbierung der Formate und bis 2030 Abbau von etwa 130 Vollzeitstellen. Verdi kritisiert.

Von Herold Politik2 Min. Lesezeit

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hat nach Angaben von ver.di weitreichende Pläne zur Verknappung des Programmangebots, zu Stellenstreichungen und zum Abbau von Beschäftigung für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekanntgegeben. Die Gewerkschaft kritisiert zugleich die Medienpolitik der Länder und sieht darin ein Versagen in der Rundfunkfinanzierung.

Geplante Einschnitte beim WDR

Nach der Mitteilung betrifft die Planung zunächst 76 noch nicht genannte Programmangebote. Bis 2030 soll die bisherige Zahl von 600 Programmformaten halbiert werden. Zugleich soll bis 2030 jede dritte Stelle nicht mehr neu besetzt werden, was nach Angaben der Mitteilung etwa 130 Vollzeitstellen entspricht.

Allein in den Lokalzeiten sollen demnach 100 Stellen abgebaut werden. Betroffen wären laut ver.di Angestellte durch Versetzungen sowie freie Medienschaffende durch die Beendigung oder erhebliche Einschränkung ihrer Beschäftigung. Zusätzlich sei vorgesehen, Personal durch weitere Stellenverschiebungen quer durch das gesamte Bundesland zu versetzen.

Kritik von ver.di

Christoph Schmitz-Dethlefsen, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und dort für Medien zuständig, erklärte, die Pläne des WDR zeigten, dass auch im bevölkerungsreichsten Bundesland und bei der größten Landesrundfunkanstalt Programmvielfalt und Personal abgebaut würden. Eine Rundfunkpolitik, die von den Bundesländern verantwortet werde, spare die Sender kaputt und führe damit auch zu weniger Sendungen für die Breite der Gesellschaft.

Nach seinen Worten gefährdeten die Bundesländer mit dieser Entwicklung für das von der Haushaltsabgabe finanzierte Programm die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger. Zugleich verwies er darauf, dass private Medien ständig steigende Abo-Preise verzeichneten. Nicht nachvollziehbar sei außerdem, dass der WDR bislang nicht offen in Rundfunkrat und bei den Beschäftigten mit diesen Plänen umgegangen sei, nun aber bereits konkrete Zahlen und Stellenabbau nenne.

Folgen für den Medienstandort NRW

Der Gewerkschafter befürchtet eine Schwächung des Medienstandorts Nordrhein-Westfalen. Er appelliert an die WDR-Beschäftigten, sich mit Fragen zur beruflichen Zukunft und zum Umgang mit den Personalmaßnahmen an ver.di im WDR, den Personalrat sowie die Gewerkschaftssekretärinnen und -sekretäre zu wenden.

Schmitz-Dethlefsen betonte zudem, gutes Programm, egal ob linear, online oder in Digitalkanälen verbreitet, lebe von den Medienschaffenden, die es produzierten, kreierten und unabhängig sowie kritisch arbeiten könnten. Für die Rahmenbedingungen setze sich ver.di gemeinsam mit den WDR-Beschäftigten nachhaltig ein.

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