Gedenktafel nahe Esch soll an den Absturz einer B-17 und Jack B. Painter erinnern

Nahe Esch soll eine Gedenktafel an ein Ereignis aus dem Zweiten Weltkrieg erinnern, das nach den vorliegenden Recherchen das Dorf vor schweren Folgen bewahrte. Im Mittelpunkt steht der US-Pilot Jack B. Painter, der am 17. August 1943 eine schwer beschädigte Boeing B-17 hinter das Dorf lenkte und dabei ums Leben kam. Die Stadt Bad Münstereifel rechnet damit, dass die Tafel voraussichtlich 2027 aufgestellt wird.
Absturz nach Einsatz in Richtung Schweinfurt
Nach Angaben der Stadt Bad Münstereifel war an diesem Tag ein Geschwader der United States Army Air Forces im britischen Ridgewell in Richtung Deutschland gestartet. Ziel sei die Kugellagerindustrie in Schweinfurt gewesen. Während des Einsatzes geriet das Geschwader unter Beschuss der deutschen Flugabwehr.
Eine Boeing B-17 Flying Fortress wurde dabei so stark beschädigt, dass ein Absturz unausweichlich war. Die Besatzung musste in kurzer Zeit schwerwiegende Entscheidungen treffen. Die noch an Bord befindlichen Bomben wurden den Recherchen zufolge über einem Waldgebiet 500 Meter nordöstlich von Esch abgeworfen.
Neun der zehn Besatzungsmitglieder retteten sich nach Darstellung der Stadt mit Fallschirmen. Der damals 26 Jahre alte Pilot Jack B. Painter blieb an Bord und lenkte die Maschine hinter das Dorf Esch, wo sie nahe der Straße in Richtung Hardtbrücke zerschellte. Painter starb bei dem Absturz.
Flucht zweier Besatzungsmitglieder
Die meisten Mitglieder der Besatzung gerieten laut Mitteilung in deutsche Kriegsgefangenschaft. Zwei von ihnen, Copilot Leutnant Robert E. Nelson und Sergeant Raymond A. Genz, gelang jedoch die Flucht. Nach etwa zwölf Tagen durch die Eifel erreichten sie Luxemburg und knüpften dort Kontakt zu luxemburgisch-französischen Untergrundzellen.
Ihre Flucht führte sie den Angaben zufolge über Longvy, Paris, Clermont, Toulouse und Lourdes nach Barcelona und schließlich über Madrid nach Gibraltar. Von dort wurden sie nach Großbritannien geflogen, wo sie im November 1943 eintrafen.
Nach heutigem Forschungsstand handelte es sich dabei um die erste erfolgreiche Flucht US-amerikanischer Soldaten aus deutschem Gebiet. Nelson und Genz wurden dafür mit dem „Silver Star“ ausgezeichnet und nach Washington D.C. beordert, um über ihre Erfahrungen zu berichten. Dadurch ist der Vorfall nach Angaben der Stadt vergleichsweise detailliert dokumentiert.
Forschungen aus der Region
Dass die Ereignisse rund um den Absturz so genau rekonstruiert werden konnten, führt die Stadt vor allem auf die Arbeit von Klaus Fass zurück. Er wertete zahlreiche schriftliche Quellen und Zeugenaussagen aus. Unterstützung erhielt er von Norbert Liebing, insbesondere bei der Festlegung der Absturzstelle und beim topografischen Nachweis des Bombenabwurfs.
Zu den Zeitzeugen, deren Beobachtungen in die Forschungen eingeflossen sind, gehört Hubert Ginster. Er war den Angaben zufolge mit seinem Vater bei Feldarbeiten auf der gegenüberliegenden Straßenseite beschäftigt und erlebte den Absturz aus etwa 70 Metern Entfernung mit.
Erinnerung vor Ort geplant
Ein Teil der abgestürzten Maschine wird in Esch bis heute als Erinnerungsstück aufbewahrt. Dabei handelt es sich um ein Paddel aus dem Wrack, das der Großvater von Klaus Burggraf damals an sich nahm und das heute noch in dessen Besitz ist.
Nach Angaben der Stadt sollen die Ereignisse vom 17. August 1943 künftig auch direkt am Ort des Geschehens sichtbar werden. Der Stadtrat habe im Mai auf Initiative von Klaus Fass beschlossen, nahe der Absturzstelle eine Gedenktafel aufzustellen. Die Aufstellung ist nach derzeitiger Planung voraussichtlich für 2027 vorgesehen.
Beisetzung und spätere Umbettung
Jack B. Painter wurde zwei Tage nach seinem Tod zunächst auf dem Ehrenfriedhof in Münstereifel beigesetzt. Anfang 1949 wurde sein Leichnam nach Angaben der Stadt auf das Zachary Taylor National Cemetery in Louisville, Jefferson County, Kentucky, umgebettet.