Rommerskirchen wartet weiter auf Antwort zum Gillbach
Pressemitteilung Nr. 491 vom 28.9.2026
Rommerskirchen. Bürgermeister Dr. Martin Mertens wartet nach eigener Darstellung seit Anfang August auf eine inhaltliche Antwort aus Berlin und Düsseldorf zur Zukunft des Gillbachs. Er hatte sich mit einem Brandbrief vom 5. August an Bundeskanzler Friedrich Merz, Bundes-Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Landes-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur gewandt. Anlass war die anstehende Revision des vorgezogenen Braunkohleausstiegs und dessen Folgen für Versorgungssicherheit und Strukturwandel.
Nach Angaben des Bürgermeisters ging es in dem Schreiben ausdrücklich nicht nur um Stromversorgung und Netzausbau. Schon in der Gliederung habe er die wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs gesondert aufgeführt. Dazu schrieb Mertens: „Neben der Energieversorgung dürfen auch die wasserwirtschaftlichen Auswirkungen des Braunkohleausstiegs nicht aus dem Blick geraten. Für unsere Gemeinde stellt insbesondere die Zukunft des Gillbachs eine zentrale Fragestellung dar. Ebenso betroffen sind zahlreiche weitere Gewässer und wasserwirtschaftliche Systeme im gesamten Rheinischen Revier.“
Mit Blick auf die aktuelle Diskussion sagte Mertens: „Wenn heute darüber diskutiert wird, wer wann auf die Probleme des Gillbachs aufmerksam gemacht hat, hilft manchmal ein Blick in die Akten. Spätestens am 5. August lag die Zukunft des Gillbachs schriftlich beim Bundeskanzler, beim Ministerpräsidenten und bei den beiden zuständigen Wirtschaftsministerinnen auf dem Tisch. Und zwar nicht irgendwo versteckt in einem Nebensatz, sondern unter einer eigenen Überschrift zu den wasserwirtschaftlichen Folgen des Braunkohleausstiegs.“
Der Bürgermeister hatte zudem festgehalten: „Auch hier gilt: Ein erfolgreicher Strukturwandel muss ganzheitlich gedacht werden.“ Dazu erklärte er: „Genau darum geht es bis heute. Wir können nicht in Düsseldorf über den vorgezogenen Braunkohleausstieg entscheiden und anschließend so tun, als seien dessen Auswirkungen auf Gewässer, Energieversorgung und kommunale Entwicklung voneinander unabhängige Einzelprobleme. Wer den Strukturwandel politisch gestaltet, muss auch Verantwortung für seine Folgen übernehmen.“
Besonders enttäuschend sei aus seiner Sicht, dass bislang keine belastbare politische Antwort auf die angesprochene Gillbach-Problematik vorliege. Mertens sagte: „Ich habe im August nicht nur allgemein vor wasserwirtschaftlichen Problemen gewarnt. Ich habe den Gillbach beim Namen genannt. Zwei Monate später diskutieren wir vor Ort darüber, wie dringend gehandelt werden muss. Diese Dringlichkeit habe ich längst nach Berlin und Düsseldorf adressiert.“
Gleichzeitig begrüßt Mertens den von CDU und Grünen in Rommerskirchen geforderten politischen Schulterschluss. Er betonte jedoch, dass dieser über die Gemeindegrenzen hinausreichen müsse. „Ich freue mich über jeden, der für den Gillbach kämpft. Deshalb nehme ich CDU und Grüne vor Ort ausdrücklich beim Wort. Wenn wir uns in Rommerskirchen einig sind, dass der Gillbach dauerhaft erhalten werden soll, dann muss diese Botschaft jetzt gemeinsam und unüberhörbar bei der schwarz-grünen Landesregierung ankommen. Mein Schreiben liegt dort seit Anfang August.“
Der Bürgermeister kündigte an, bei Bund und Land erneut nachzufassen. Aus seiner Sicht stehen drei Fragen im Mittelpunkt: Wie wird eine dauerhafte Wasserführung des Gillbachs nach dem Ende der heutigen Kraftwerkszuführung sichergestellt? Welche technische Lösung wird verfolgt? Und wer übernimmt dauerhaft die Verantwortung und die Finanzierung?
Abschließend sagte Mertens: „Die Gemeinde macht ihre Hausaufgaben. Unsere Facharbeitsgruppe arbeitet. Wir sprechen mit RWE, Erft-Verband, Wasserbehörden, Kreisen und weiteren Beteiligten. Und wir haben das Thema auf die übergeordneten politischen Ebenen getragen. Jetzt erwarten wir, dass diejenigen antworten, die über die Rahmenbedingungen des Braunkohleausstiegs entscheiden. Der Gillbach braucht keine weiteren Zuständigkeitsdebatten – er braucht eine Perspektive.“
Ansprechpartner für Rückfragen ist Gerd Müller, Telefon 02183/800-9011, E-Mail [email protected].