Minden im Zukunftsnetz Mobilität NRW: Regeln für E-Scooter und neue Verkehrsversuche

Minden feiert zehn Jahre Zukunftsnetz Mobilität NRW: Heiko Appelbaum informiert sich im Rathaus über E-Scooter-Regeln, Verkehrsversuche und nachhaltige Konzepte.

Von Redaktion Minden3 Min. Lesezeit
Mit Heiko Appelbaum (Zukunftsnetz Mobilität NRW, rechts) besuchten Bereichsleiter Gunnar Kelb (links) und der Radverkehrsbeauftragte Jonas Göber (Mitte) den neuen Verkehrsversuch in der Straße Marienglacis. Stadt Minden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Rathaus | Gebäudeteil Scharn Postanschrift: Kleiner Domhof 17 32423 Minden Telefon 0571 89 204 Fax 0571 89 243 s.lewerenz@minden.de

Mit Heiko Appelbaum (Zukunftsnetz Mobilität NRW, rechts) besuchten Bereichsleiter Gunnar Kelb (links) und der Radverkehrsbeauftragte Jonas Göber (Mitte) den neuen Verkehrsversuch in der Straße Marienglacis. Stadt Minden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Rathaus | Gebäudeteil Scharn Postanschrift: Kleiner Domhof 17 32423 Minden Telefon 0571 89 204 Fax 0571 89 243 [email protected]Foto: minden.de

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Minden ist seit dem Sommer 2016 Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums informierte sich Kommunalberater Heiko Appelbaum Anfang dieser Woche in der Weserstadt über aktuelle Entwicklungen im Bereich Mobilität. Empfangen wurde er im Rathaus von Beigeordnetem Lars Bursian, Gunnar Kelb, Bereichsleiter Verkehr bei der Stadt Minden, und dem Radverkehrsbeauftragten Jonas Göber.

Das landesweite Netzwerk setzt sich für eine klimafreundliche, sichere und bezahlbare Mobilität ein. Drei regionale Koordinierungsstellen betreuen die Mitglieder vor Ort. Im Bereich Westfalen-Lippe ist das der Nahverkehr Westfalen-Lippe. Nach Angaben der Stadt habe Minden in den vergangenen zehn Jahren von dem Netzwerk und der Kommunalberatung deutlich profitiert, etwa bei der Planung nachhaltiger Verkehrskonzepte, von Mobilstationen sowie der Rad- und Fußverkehrsplanung.

E-Scooter im Fokus

Ein Schwerpunkt des Besuchs war der E-Scooter-Verleih und die E-Scooter-Nutzung in Minden. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass E-Scooter als Elektro-Kleinstfahrzeuge aktuell in Fußgängerzonen nicht fahren dürfen. Die Polizei im Kreis Minden-Lübbecke registriere nahezu täglich Verstöße, darunter das Fahren zu zweit, mit getunten Scootern, zu hoher Geschwindigkeit, auf der falschen Radwegseite oder unter Alkoholeinfluss. Auch Unfälle gingen nach Angaben der Stadt häufig auf meist junge Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer zurück.

Gunnar Kelb berichtete zugleich, dass die Probleme mit geliehenen Scootern in Minden seit deren Einführung geringer geworden seien. Leihroller würden zwar weiterhin an den Rändern der Verleihzone vermehrt abgestellt, seien aber seltener in Gärten, auf Rad- und Fußwegen oder in gesperrten Bereichen zu finden. Er führte dies auch darauf zurück, dass die Regeln bekannt seien und mehr private Scooter unterwegs seien, die inzwischen nur noch zwischen 300 und 600 Euro kosten.

Jonas Göber ordnete E-Scooter als Teil der allgemeinen modernen Mobilität ein, als Ergänzung zum klassischen Fahrrad. Er verwies darauf, dass bereits im Dezember 2025 eine Novelle der bundesweit gültigen Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge auf den Weg gebracht worden sei, die im kommenden März vollständig in Kraft treten werde. Vorgesehen seien unter anderem eine Gleichstellung von Scootern mit Fahrrädern einschließlich E-Bikes und Pedelecs sowie höhere Bußgelder für rechtswidriges Verhalten.

Erfahrungen aus Minden für das Netzwerk

Im Zukunftsnetz Mobilität werde die starke Zunahme privater E-Tretroller im Stadtbild ebenfalls diskutiert, sagte Jonas Göber. Man erhoffe sich Erfahrungen dazu, wie andere Städte mit dem Thema umgehen. Dabei spielten Verkehrssicherheit und Diebstahlschutz im öffentlichen Raum eine große Rolle.

Heiko Appelbaum hob hervor, dass Minden in dem landesweiten Netzwerk zu den aktiven Städten zähle und von hier zahlreiche Impulse aus dem Bereich nachhaltige Mobilität ausgingen. Als Beispiel nannte er den Verkehrsversuch „Stadt-Terrassen“. Im Sommer 2024 hatte das Zukunftsnetz Mobilität transportable Stadtmöbel an die Stadt Minden ausgeliehen. Diese wurden temporär im Bereich der Hufschmiede platziert, um die Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen. Gunnar Kelb sprach von einem erfolgreichen Verkehrsversuch. Mittlerweile seien Pkw-Parkplätze verlegt und Sondernutzungserlaubnisse für die Außengastronomie erteilt worden. Davon überzeugte sich Heiko Appelbaum am vergangenen Montag vor Ort.

Ein weiteres Ziel des Besuchs war der jüngste Verkehrsversuch auf der Straße Marienglacis. Dort will die Stadt herausfinden, wie sich der Verkehr rund um das Herder-Gymnasium sicherer gestalten lässt. Heiko Appelbaum verwies darauf, dass Mobilität im schulischen Kontext im Zukunftsnetz Mobilität ein wichtiges Thema sei und er sich darauf freue, später im Sinne des Netzwerkgedankens an den in Minden gewonnenen Erkenntnissen teilhaben zu können.

Auch nach zehn Jahren Mitgliedschaft bleibe der Austausch von großer Bedeutung, hieß es abschließend. Das Netzwerk ist durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Datum der Pressemitteilung: 19. August 2026

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