Hitzeschutz in Hildener Kindertagesstätten: Stadtverwaltung setzt auf Sensibilisierung und gestufte Maßnahmen
Reaktionen auf eine Anfrage der BAIPiraten mit Bezug auf die Arbeitsschutzrichtlinie A 3.5 und Angaben zu Kühlpacks, Kühlmatten sowie Temperaturstufen im Kita-Betrieb

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Die Stadtverwaltung hat auf eine Anfrage der BAIPiraten zum Hitzeschutz in Hildener Kindertagesstätten geantwortet. Demnach wurden die Kindertageseinrichtungen vom Kreisgesundheitsamt und von der Stadt Hilden mit Unterlagen und in Dienstbesprechungen für das Thema Hitzeschutz sensibilisiert.
Grundlage der Regelungen ist nach Angaben der Verwaltung die Arbeitsschutzrichtlinie A 3.5 für Arbeitsstätten. Ergänzend verweist die Verwaltung darauf, dass die Einrichtungen Kühlpacks, Kühlmatten und Ventilatoren je nach individuellem Bedarf anschaffen können.
Maßnahmen nach Temperaturstufen
Die Verwaltung nennt für den Betrieb der Kitas einen abgestuften Maßnahmenkatalog:
- Bis 26 Grad: Normalbetrieb.
- Ab 26 Grad bis 30 Grad: In den frühen Morgenstunden lüften, Sonnenschutz an den Fenstern nutzen, ausreichend Getränke für Kinder und Mitarbeitende bereitstellen, lockere Kleidung tragen, vorhandene Ventilatoren einsetzen, mehr Pausen für Mitarbeitende ermöglichen, kühlere Räume im Gebäude nutzen, bei Eltern nach reduzierten Betreuungszeiten fragen und im Außengelände nur schattige Plätze nutzen.
- Ab 30 Grad: Die zuvor genannten Maßnahmen müssen umgesetzt werden.
- Ab 35 Grad: Räume mit dieser Temperatur müssen geschlossen werden. Bei 35 Grad im Schatten ist auch das Außengelände nicht mehr nutzbar. Gibt es keine Ausweichräume mit weniger als 35 Grad und herrschen auch draußen 35 Grad, muss die gesamte Einrichtung schließen.
Nach Angaben der Verwaltung mussten im Sommer 2026 bislang keine Einrichtungen wegen zu hoher Raumtemperaturen geschlossen werden. Zugleich heißt es, die Temperaturen seien für Kinder und Mitarbeitende belastend.
Unterschiedliche Bedingungen in den Einrichtungen
Die Stadt weist darauf hin, dass die Gebäude je nach Baualter unterschiedliche Voraussetzungen haben. Es gebe Häuser mit einem besseren baulichen Hitzeschutz und andere, die sich schneller erwärmten. Deshalb setzten die Einrichtungen individuelle Hitzeschutzmaßnahmen um.
Hinweise aus dem Merkblatt für Kitas
In einem beigefügten Merkblatt werden weitere Empfehlungen zum Umgang mit Hitze in Kindertagesstätten genannt. Dazu gehört, aktuelle Wetterinformationen zu verfolgen, etwa über die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes.
Für den Alltag in den Kitas empfiehlt das Merkblatt unter anderem:
- die Mittagssonne zwischen 11 und 16 Uhr zu meiden,
- Aktivitäten im Freien auf kühlere Zeiten wie den frühen Vormittag zu verlegen,
- auf ausreichendes Trinken und geeignete Speisen zu achten,
- leichte, helle Kleidung sowie Kopfbedeckung und Sonnenschutz zu nutzen,
- Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 30 mindestens eine halbe Stunde vor dem Aufenthalt im Freien aufzutragen und etwa alle zwei Stunden nachzucremen.
Zur Abkühlung werden im Außenbereich etwa Wasserspiele oder Rasensprenger im Schatten genannt. Im Innenbereich können feuchte Tücher oder kühle Kompressen auf Beine, Arme, Nacken oder Stirn helfen.
Trinken, Essen und Raumklima
Das Merkblatt empfiehlt, regelmäßig über den Tag verteilt zu trinken. Geeignet seien Wasser, ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees sowie Fruchtsaftschorlen im Verhältnis von einem Teil Saft zu drei Teilen Wasser. Die Getränke sollten nicht zu kühl sein.
Beim Essen wird zu leichter Kost sowie zu wasserreichem Obst und Gemüse wie Melone, Gurke und Tomaten geraten. Auch Kaltschalen und Smoothies ohne zugesetzten Zucker werden genannt.
Für das Raumklima empfiehlt das Merkblatt, Räume möglichst kühl zu halten, morgens oder nachts zu lüften, Fenster tagsüber geschlossen zu halten und nach Möglichkeit abzudunkeln. Kinder sollten sich, wenn möglich, in kühleren Räumen aufhalten. Überflüssige Wärmequellen wie Glühlampen und elektrische Geräte sollen abgeschaltet werden. Im Außenbereich werden Schattenplätze durch Sonnensegel, Sonnenschirme, Pavillons oder Bepflanzung empfohlen.
Warnzeichen bei Hitze
Das Merkblatt nennt auch Hinweise auf hitzebedingte Beschwerden. Bei einer bewusstlosen Person, Anzeichen ausgeprägter Verwirrtheit, hohem Puls oder niedrigem Blutdruck soll unverzüglich der Rettungsdienst unter 112 alarmiert werden.
Für eine rasche Abkühlung soll bei starkem Schwitzen, kühler Haut, gerötetem Gesicht und trockenen Lippen durch Flüssigkeitsmangel gesorgt werden. Ärztlicher Rat wird bei Appetitlosigkeit, Blässe oder Röte, Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrengeräuschen, Übelkeit, Unruhe, Verwirrtheit, erhöhter Temperatur oder Fieber empfohlen.
Allgemeine Tipps für heiße Tage
Ein weiterer beigefügter Flyer zum Hitzeschutz rät bei Hitzewarnungen unter anderem dazu, stündlich ein Glas Wasser, ungesüßte Tees oder Fruchtschorlen zu trinken, nur leicht gekühlte Getränke zu wählen und Alkohol möglichst zu meiden. Empfohlen werden außerdem leichte Kost, morgendliches und abendliches Lüften sowie das Verdunkeln der Räume tagsüber.
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