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Riesiger Tabaksteuer-Skandal in NRW aufgedeckt

Vier Verdächtige wegen Herstellung von 275 Millionen unversteuerten Zigaretten angeklagt

Von Redaktion
Riesiger Tabaksteuer-Skandal in NRW aufgedeckt
Fiktives KI-SymbolbildKI-generiert · Herausgeber: Hessen App GmbH

Die neu gegründete Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung von Wirtschafts- und Finanzkriminalität (ZeFin NRW) hat erstmals Anklage erhoben. Im Fokus dieser Ermittlungen steht eine mutmaßlich international agierende Gruppe, der vorgeworfen wird, in großem Stil Tabaksteuern hinterzogen zu haben. Die nun vorgelegte Anklageschrift richtet sich gegen vier Personen osteuropäischer Staatsbürgerschaft und wurde beim Landgericht Düsseldorf eingereicht.

Strukturen der kriminellen Vereinigung

Ermittelt wurde gegen eine Organisation, die sich laut den Behörden dem dauerhaft organisierten, gewinnorientierten Verkauf von unversteuerten Zigaretten verschrieben hat. Diese sog. kriminelle Vereinigung bestand mindestens aus zwei Hauptangeschuldigten, zu denen sich später weitere Mitglieder gesellt haben sollen.

Die Bande setzte laut Erkenntnissen der Ermittler professionelle Strukturen ein. Über Unterkünfte für zeitlich befristet beschäftigte Arbeiter – vorwiegend aus dem Ausland – und eine mit industriellen Maschinen ausgestattete Produktionshalle in Nordrhein-Westfalen stellten sie Millionen von Zigaretten her. Die Arbeitergruppen wurden regelmäßig ausgewechselt und erhielten pauschal Entlohnung pro produzierter Einheit.

Ermittlungen und Vorgehen der Behörden

Den entscheidenden Hinweis auf die illegale Produktion lieferte die Kölner Zollfahndungsstelle. Intensive internationale Ermittlungsarbeit führte schließlich zu dem Verdacht, dass die Organisation mit unversteuerten Zigaretten einen Umsatz in Millionenhöhe generiert haben könnte.

Am 18. März 2025 koordinierte das Zollfahndungsamt zusammen mit Spezialkräften der Bundespolizei den Zugriff: Neben der Produktionsstätte wurden mehrere Unterkünfte durchsucht. Insgesamt wurden acht Personen festgenommen, bei einer weiteren Person ein Haftbefehl vollstreckt. Das Ausmaß der Produktion war erheblich: Zwischen April 2024 und März 2025 sollen etwa 275 Millionen Zigaretten hergestellt worden sein.

Finanzielle Dimensionen und Steuerschaden

Der mögliche Steuerschaden, der durch die mutmaßlichen Machenschaften der Organisation entstanden ist, wird für die Jahre 2024 und 2025 auf rund 53 Millionen Euro geschätzt. Die hergestellten Zigaretten wurden in regelmäßigen Abständen an bislang unbekannte Abnehmer weitergeleitet, während die Arbeiter laut Verdacht circa 12 Euro pro 1.000 Zigaretten erhielten.

Juristische Konsequenzen und weiteres Vorgehen

Für jede einzelne Tat sieht das Gesetz Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren vor. Die vier Beschuldigten befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung, solange kein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

Ausblick und weitere Informationen

Weitere Informationen zu dem Fall werden durch die Behörden nach Übergang der Pressehoheit vom Landgericht Düsseldorf bekanntgegeben.

Die Ermittlungen im Bereich der Wirtschafts- und Finanzkriminalität gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der vorliegende Fall verdeutlicht, wie komplex und international vernetzt organisierte Kriminalität in Bereichen wie Tabaksteuerhinterziehung agieren kann. Die Rolle spezialisierter Ermittlungsstellen wie ZeFin NRW wird damit weiter gestärkt.

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