Deutschlands Bevölkerung im Wandel
Wachstum durch Zuwanderung trotz Geburtenrückgang und regionaler Unterschiede seit der Wiedervereinigung

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Die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland seit der Wiedervereinigung zeichnet sich durch erhebliche regionale Unterschiede und klar erkennbare Trends aus. Ein neuer Bericht des Statistischen Bundesamtes anlässlich des 35-jährigen Jubiläums der Deutschen Einheit verdeutlicht, wie sich die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner von 1990 bis heute verändert hat. Demnach ist die Gesamtbevölkerung in Deutschland um 3,8 Millionen Menschen gewachsen – allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen Ost und West.
Unterschiedliche Entwicklung zwischen Ost und West
Während die Bevölkerungszahl in den östlichen Bundesländern seit 1990 um 16 % zurückgegangen ist, verzeichneten die westlichen Bundesländer einen Anstieg von 10 %. Besonders auffällig sind die Entwicklungen in einzelnen Ländern:
Die demografischen Unterschiede zwischen Ost und West bleiben somit auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung markant.
Zuwanderung als Hauptantrieb des Bevölkerungswachstums
Ein wichtiger Motor des Bevölkerungswachstums war die Zuwanderung. Seit 1991 überstieg in den meisten Jahren die Zuwanderung nach Deutschland die Abwanderung. Besonders prägnant war der Einfluss internationaler Krisen auf die Nettozuwanderung, wie etwa der Bürgerkrieg in Syrien und der Angriff Russlands auf die Ukraine, die 2015 und 2016 zu starken Anstiegen führten.
Ohne diesen Zuzug würde die deutsche Bevölkerung schrumpfen. Rechnerisch wären mindestens 2,1 Kinder pro Frau erforderlich, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Tatsächlich lagen die Geburtenraten jedoch deutlich darunter – in den ostdeutschen Ländern in den 1990er Jahren sogar bei nur 0,77 Kindern je Frau, während im Westen 1,35 Kinder je Frau zur Welt kamen.
Abwanderung und Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands
Die erste Hälfte der 1990er Jahre war durch eine starke Abwanderung aus den neuen Bundesländern geprägt. Im Jahr 1995 verließen zum Beispiel rund 165.000 Menschen den Osten. Im Jahr 2000 verschärfte sich dieser Trend nochmals, bevor sich die Lage ab den 2010er Jahren stabilisierte. 2017 kehrte sich die Richtung der Wanderungsbewegungen sogar erstmals um: Mehr Westdeutsche zogen in den Osten als umgekehrt – ein Trend, der sich allerdings im Jahr 2023 wieder umkehrte.
Bevölkerungsstatistik im Wandel
Die demografischen Entwicklungen werden vom Statistischen Bundesamt kontinuierlich auf Basis von Fortschreibungen und Zählungen erfasst. Dabei dienen die Volkszählung von 1987 in Westdeutschland und das zentrale Einwohnerregister der ehemaligen DDR als Ausgangspunkte. Für den Stand Ende 2024 wurden die Zahlen auf Basis des Zensus 2022 berechnet.
Weitere Informationen und Datenquellen
Interessierte finden auf den Themenseiten des Statistischen Bundesamtes weitere aktuelle Zahlen und Analysen zur Bevölkerung, zu Wanderungen und Geburten in Deutschland.
Das Statistische Bundesamt setzt damit einen wichtigen Akzent in der sachlichen und transparenten Informationspolitik zum demografischen Wandel in Deutschland.
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