Schmierereien am Kreishaus: „Ali raus“ entfernt

Schmierereien am Kreishaus in Minden-Lübbecke mit der Parole „Ali raus“ haben breite Solidarität ausgelöst. Landrat Doğan verurteilt Hass und Ausgrenzung.

Von Redaktion LK Minden-Lübbecke1 Min. Lesezeit

Schmierereien am Kreishaus lösen breite Solidaritätsbekundungen aus

Am Gebäude der Kreisverwaltung des Kreises Minden-Lübbecke sind am frühen Morgen mehrere Schmierereien mit der Parole „Ali raus“ entdeckt worden. Nach Angaben der Verwaltung bemerkte der Hausmeister gegen 4.45 Uhr insgesamt sechs Schriftzüge an den Pfeilern und auf einer Glasscheibe im Eingangsbereich und verständigte sofort die Polizei.

Die Parolen sind inzwischen unkenntlich gemacht worden. Am kommenden Montag sollen sie vollständig entfernt werden.

Landrat Ali Doğan äußerte sich bereits am Morgen auf seinen eigenen Social-Media-Kanälen zu dem Vorfall. Er schrieb, er werde sich nicht einschüchtern lassen. Streit sei in der Demokratie möglich, Hass, Ausgrenzung und Einschüchterung dürften jedoch niemals bestimmen, wer in diesem Land seine Stimme erhebt.

Auch die Verwaltungsleitung bezog klar Stellung. In ihrem gemeinsamen Statement, das von der Kreisdirektorin und den Dezernenten getragen wird, verurteilt sie rassistische oder ausgrenzende Äußerungen, persönliche Angriffe und Sachbeschädigungen entschieden. Zugleich stellte sie sich geschlossen hinter den Landrat und betonte das Ziel eines respektvollen und wertschätzenden Miteinanders, in dem jeder Mensch unabhängig von Herkunft oder persönlichem Hintergrund respektiert werde.

Der Personalrat der Kreisverwaltung wandte sich mit einem Schreiben an die Mitarbeitenden. Darin heißt es, man sei fassungslos über den Fund am Kreishaus und stehe solchen Anfeindungen und Parolen entschieden entgegen. Persönliche Angriffe dieser Art würden ausdrücklich verurteilt. Der Personalrat sprach zugleich die Bitte aus, aufeinander zu achten, sich gegenseitig zu unterstützen und gegen Beschuldigungen und Anfeindungen vorzugehen. Allen Mitarbeitenden wurde Unterstützung angeboten.

Seit dem Morgen gehen nach Angaben der Kreisverwaltung immer mehr Solidaritätsbekundungen von Bürgerinnen und Bürgern sowie aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung weit über den Kreis hinaus ein. Diese erreichen die Verwaltung und ihre Social-Media-Kanäle.

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