Das Fotoalbum der Salomons: Ein Blick in das jüdische Leben im Ruhrgebiet

Historische Einblicke in das jüdische Leben im Ruhrgebiet: Am 9. April zeigt das Bochumer Stadtarchiv das Fotoalbum der Salomons und beleuchtet ihre bewegte Familiengeschichte vor dem Hintergrund der NS-Zeit.

Von Redaktion Bochum2 Min. Lesezeit
Das Fotoalbum der Salomons: Ein Blick in das jüdische Leben im Ruhrgebiet

Foto: bochum.de

Foto: bochum.de

Das Stadtarchiv Bochum lädt am 9. April zu einem besonderen Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Zentrums für Stadtgeschichte ein. Ab 19 Uhr spricht Dr. Franz-Josef Wittstamm zum Thema „Das Fotoalbum der Salomons – eine jüdische Kaufmannsfamilie“. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist kostenfrei und richtet sich an alle geschichtsinteressierten Bürgerinnen und Bürger.

Einblicke in das jüdische Leben im Ruhrgebiet

Im Zentrum des Vortrags steht ein überliefertes Fotoalbum, das die bewegte Geschichte der jüdischen Familie Salomons und ihrer Verwandtschaft im Ruhrgebiet dokumentiert. Das Album wurde im Jahr 1942, unmittelbar vor der Deportation der Familie, einer Nachbarin zur Aufbewahrung übergeben und ist heute ein bedeutendes Zeugnis jüdischen Lebens in Bochum und Umgebung.

Die Dramaturgie der Lebensgeschichten zeigt sich besonders am Schicksal von Martha, die am 27. Januar aus Dortmund ins Ghetto deportiert wurde. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin und deren Tochter aus Recklinghausen befand sie sich auf demselben Transport. Während das Ehepaar das Ghetto nicht überlebte, zählen Herta Irma und einige weitere Riga-Überlebende zu den wenigen, die die Schrecken überstanden haben.

Historische Bedeutung des Archivaliums

Das Fotoalbum ist heute im Stadtarchiv – Zentrum für Stadtgeschichte dauerhaft verwahrt und bildet einen Teil der Dauerausstellung „Bochum macht sich – Schlaglichter Bochumer Geschichte“. Besonders hervorzuheben ist, dass die Geschichte nicht nur die Familie Salomons, sondern auch andere Einzelschicksale und deren Einordnung in den historischen Kontext beleuchtet.

Der Vortrag – mehr als nur Familiengeschichte

Im Rahmen des Vortrags von Dr. Franz-Josef Wittstamm werden weitere dramatische Lebensgeschichten aus dem Umfeld der Salomons herausgearbeitet. Dabei geht es um mehr als biografische Details – das Album wird als authentische Quelle genutzt, um den Alltag, die Verfolgung und das Überleben jüdischer Bürgerinnen und Bürger im Ruhrgebiet anschaulich zu machen. Die Lebenswege werden in ihrem historischen Zusammenhang verständlich eingeordnet.

Bedeutung für das heutige Erinnern

Mit der öffentlichen Präsentation und wissenschaftlichen Aufarbeitung soll ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in Bochum geleistet werden. Zugleich ist das Angebot an alle Interessierten gerichtet, sich ein eigenes Bild von den individuellen und kollektiven Erfahrungen der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus zu machen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

  • Vortrag: „Das Fotoalbum der Salomons – eine jüdische Kaufmannsfamilie“
  • Referent: Dr. Franz-Josef Wittstamm
  • Datum: 9. April
  • Uhrzeit: 19:00 Uhr
  • Ort: Stadtarchiv Bochum – Zentrum für Stadtgeschichte
  • Eintritt: frei
  • Das beigefügte Foto zur Veranstaltung bietet einen visuellen Einstieg in das Thema und kann das persönliche Interesse an der Veranstaltung zusätzlich wecken.

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