Welt-Alzheimertag in Iserlohn: Vorträge, Beratung und Informationen
Rund um den 32. Welt-Alzheimertag haben in Iserlohn verschiedene Institutionen, Vereine und Gremien auf die Situation von Betroffenen und Angehörigen aufmerksam gemacht. Im Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn (SWI) kamen dazu nach Angaben der Stadt mehr als 100 Menschen zusammen, um Fachvorträge zu Vorsorgevollmachten, Pflegeberatung und neuen Therapieansätzen zu hören.
Veranstaltung in Iserlohn mit breitem Informationsangebot
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Einrichtungsleiterin Tina Röse und Pflegecoachin Jennifer Kühnert. Der stellvertretende Bürgermeister Karsten Meininghaus begrüßte die Gäste mit einleitenden Worten.
Im Foyer des SWI präsentierten verschiedene Aussteller Informationsangebote zum Thema Alzheimer und Demenz. Dazu gehörte auch die Iserlohner Stadtbücherei mit Leiterin Gudrun Völker, die entsprechende Fachliteratur ausstellte.
In den Fachvorträgen erhielten Angehörige einen Überblick über Unterstützungsmöglichkeiten und praktische Hilfen in der Region. Zudem ging es um Anträge, Vollmachten und die ordnungsbehördliche Betreuung. Städtische Mitarbeiterinnen aus dem Bereich Soziales erläuterten außerdem allgemeine Informationen zur Erkrankung, darunter die Entstehung von Alzheimer und Demenz, Vorgänge im Gehirn sowie von einer Kommission benannte Risikofaktoren, die das Fortschreiten der Erkrankung begünstigen können.
Darüber hinaus wurden neue Therapieformen und Erkenntnisse aus der Forschung vorgestellt. Elke Kohling, Chefärztin der LWL-Klinik Hemer und Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete unter anderem über Möglichkeiten der Frühdiagnostik und über neue Medikamente, die bereits in einem frühen Stadium eingesetzt werden können.
Auch neuartige Bluttests und die Entnahme von Nervenwasser wurden als Möglichkeiten genannt, Hinweise auf Alzheimer frühzeitig zu erkennen. Zudem wurden Nahrungsergänzungsmittel und mögliche Zusammenhänge mit Vitamin-D-Produkten sowie Glucosamin thematisiert. Abschließend ging es um die Kostenübernahme der verschiedenen Angebote durch die Krankenkassen. In anschließenden Fragerunden bestand Gelegenheit zum Austausch und Gespräch.
Wiederholung in Hemer am 24. September
Wer die Veranstaltung im Iserlohner SWI verpasst hat, kann sie in ähnlicher Form am Donnerstag, 24. September, in Hemer besuchen. Um 17 Uhr finden im AWO-Seniorenzentrum Parkheim Hemer, Parkstraße 36, 58675 Hemer, dieselben Fachvorträge mit alternativen Referenten statt. Der Eintritt ist frei.
Unterstützt werden die Veranstaltungen in Iserlohn und Hemer von einem breiten Bündnis aus Aktiven. Dazu zählen unter anderem die LWL-Klinik Hemer, Vertreter der Städte Iserlohn und Hemer sowie des Märkischen Kreises. Auch das Seniorenzentrum Waldstadt Iserlohn, die Mobile Pflege / Palliativpflege Iserlohn der Diakonie Bethanien gGmbH, der Seniorenbeirat Iserlohn, das Netzwerk Demenz Hemer, das AWO-Seniorenzentrum Parkheim in Hemer und die Märkische Verkehrsgesellschaft GmbH unterstützen das Projekt.
Hintergrund zum Welt-Alzheimertag
Nach Angaben der Bundesinitiative „Wegweiser Demenz“ sind in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, weltweit etwa 55 Millionen. Zwei Drittel davon leben in Entwicklungsländern. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. prognostiziert für das Jahr 2050 einen Anstieg auf voraussichtlich 139 Millionen Betroffene.
Der Welt-Alzheimertag wurde 1994 von der Föderation „Alzheimer's Disease International“ gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Das diesjährige Motto lautet „Demenz - (k)eine Frage des Alters“. Parallel dazu findet jährlich vom 21. September bis zum 27. September die bundesweite Woche der Demenz statt.