Notruf-App „nora“ ermöglicht Hilfe ohne gesprochenes Wort

nora-App verbindet im Ennepe-Ruhr-Kreis ohne gesprochenes Wort mit 110/112-Leitstellen. Kreisverwaltung informiert zum Tag der Gehörlosen. Registrierung empfohlen.

Von Presse-Service.de2 Min. Lesezeit

Die Notruf-App „nora“ ermöglicht es, Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei auch ohne gesprochenes Wort zu erreichen. Darauf weist die Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises anlässlich des Tages der Gehörlosen hin. Die App ist seit fünf Jahren verfügbar und kann bundesweit sowie damit auch im Ennepe-Ruhr-Kreis genutzt werden.

Das Angebot richtet sich vor allem an Menschen mit Sprach- oder Hörbehinderungen. Nutzen kann die App nach Angaben der Kreisverwaltung aber auch, wer in einer Notsituation lautlos Hilfe anfordern will oder muss, etwa in einer Bedrohungslage. Nach Darstellung der Verwaltung funktioniert dieser digitale Notrufweg grundsätzlich wie die bekannten Notrufnummern 110 und 112.

Registrierung vor dem Ernstfall empfohlen

Wer im Notfall auf „nora“ zurückgreifen möchte, sollte die App frühzeitig auf dem Smartphone einrichten. Dafür sind eine Mobilfunknummer und der Name erforderlich. Zusätzlich können persönliche Angaben wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Behinderungen hinterlegt werden. Diese Daten werden nach Angaben der Kreisverwaltung nur im Fall eines Notrufs an die Leitstelle übermittelt.

So läuft ein Notruf über die App ab

Wird über „nora“ ein Notruf gestartet, ermittelt die App automatisch den Notfallort und verbindet mit der örtlich zuständigen Leitstelle. Weitere Angaben zur Situation werden über den Bildschirm abgefragt. Dabei setzt die Anwendung auf Symbole, Texte in leichter Sprache und eine selbsterklärende Nutzerführung.

Wenn die Fragen beantwortet sind, kann die Leitstelle die erforderlichen Einsatzkräfte alarmieren. Zudem ist nach Angaben der Kreisverwaltung ein weiterer Austausch über eine Chatfunktion möglich. So können zusätzliche Informationen auch ohne Sprechen übermittelt werden.

110 und 112 bleiben die wichtigsten Wege für Sprachanrufe

Für alle Notrufe, die telefonisch per Gespräch abgesetzt werden können, verweist die Kreisverwaltung weiterhin auf die klassischen Notrufnummern: 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst sowie 110 für die Polizei.

Weitere Informationen und Demo-Modus

Weitere Informationen zur App sowie Anleitungen in leichter Sprache und in Gebärdensprache stehen online unter www.nora-notruf.de bereit.

Nach Angaben der Kreisverwaltung geht die bundesweit einheitliche Notruf-App auf einen Beschluss der Innenministerkonferenz aus dem Jahr 2019 zurück. Das nordrhein-westfälische Innenministerium übernahm demnach die Federführung für das Projekt. Fast alle 300 Leitstellen in Deutschland können laut NRW-Innenministerium inzwischen „nora“-Notrufe empfangen. Seit dem Start wurden demnach rund 40.000 Notrufe beantwortet, etwa 700.000 Menschen haben sich registriert. Zudem bietet die App einen Demo-Modus, mit dem sich der Ablauf ohne echten Notruf testen lässt.

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