Schleiden eröffnet und benennt die Mühlenberghalle am Schulzentrum
Am Schleidener Schulzentrum kann die frühere Zweifachturnhalle nach fast fünf Jahren wieder genutzt werden. Die Stadt Schleiden hat das Gebäude am Donnerstag offiziell eröffnet und ihm dabei den Namen „Mühlenberghalle Schleiden“ gegeben.
Nach Angaben der Stadt wurde die Halle nicht nur instand gesetzt, sondern zu einer Multifunktionshalle umgebaut. Rund 5 Millionen Euro flossen demnach in die Sanierung und funktionale Erweiterung. Bürgermeister Ingo Pfennings nannte die Eröffnung einen „wichtigen Meilenstein im Kommunalen Wiederaufbau und in der Weiterentwicklung und Stärkung des Schulstandorts Schleiden“.
Halle für Sport, Schule und Veranstaltungen
Die Stadt versteht die „Mühlenberghalle Schleiden“ als vielseitig nutzbare Einrichtung. Vorgesehen ist sie nicht nur für Schul- und Vereinssport, sondern auch für Schulfeste, Sportveranstaltungen, Theateraufführungen und Karnevalsveranstaltungen. Eine ausklappbare Bühne soll kulturelle und gemeinschaftliche Formate erleichtern.
Je nach Veranstaltungsformat bietet die Halle Platz für rund 600 bis 700 Personen. Außerdem lässt sie sich in zwei Bereiche teilen. Zur Ausstattung zählen ein modernes Lichtkonzept, neue Umkleide- und Duschräume, barrierefreie Zugänge sowie zusätzliche Eingänge. Eine Photovoltaik-Anlage soll zu einem energieeffizienten Betrieb beitragen.
Entlastung für Astrid-Lindgren-Schule und Grundschule
Mit der Wiedereröffnung endet für die Astrid-Lindgren-Schule und die Schleidener Grundschule eine lange Phase mit Ausweichlösungen. Fast fünf Jahre lang stand die eigene Sporthalle nicht zur Verfügung. Beide Schulen nutzten in dieser Zeit unter anderem Sportstätten in Hellenthal und Vogelsang. Vor allem die nötigen Schülertransporte bedeuteten laut Stadt einen hohen organisatorischen Aufwand und kosteten Unterrichtszeit.
Wolfgang Schmitz, Schulleiter der Astrid-Lindgren-Schule, sagte: „Der Ausfall der Halle war für unsere Schule eine erhebliche Einschränkung. Wir sind dankbar, dass wir alternative Sportstätten nutzen konnten. Die damit verbundenen Fahrten und die Organisation haben aber zugleich deutlich gemacht, wie wichtig eine unmittelbar erreichbare Sporthalle für unseren Schulalltag ist“.
Für seine Schule sei außerdem wichtig gewesen, eigene Erfahrungen und die besonderen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler in Planung und Ausstattung einzubringen, insbesondere bei der Auswahl von Sport- und Spielgeräten. Schmitz betonte: „Mit der sanierten Halle stehen uns deutlich verbesserte und zeitgemäße Rahmenbedingungen zur Verfügung. Bewegung und Sport können nun wieder selbstverständlich und ohne die zusätzlichen organisatorischen Hürden der vergangenen Jahre zu unserem Schulalltag gehören. Wir erhalten nicht einfach eine Sporthalle zurück, sondern einen wichtigen Teil unseres schulischen Lebens“.
Auch Irene Königsfeld, Leiterin der Schleidener Grundschule, sieht deutliche Verbesserungen. „Die Ausweichmöglichkeiten haben uns in der Übergangszeit geholfen, konnten jedoch eine Sporthalle direkt am Schulstandort nicht ersetzen. Wir freuen uns, dass unsere Sportangebote nun wieder verlässlich, wetterunabhängig und ohne zusätzliche Wege stattfinden können“, sagte sie. Die neu angeschafften Groß- und Kleingeräte ermöglichten einen vielseitigen Sportunterricht, der die individuellen Fähigkeiten der Kinder gezielt berücksichtige.
Über den regulären Unterricht hinaus eröffne die Halle weitere Möglichkeiten. Königsfeld erklärte: „Die helle und modern ausgestattete Halle erweitert unsere Möglichkeiten weit über den regulären Sportunterricht hinaus – etwa für Bewegungsangebote am Nachmittag, Projekte mit Vereinen sowie kulturelle Aufführungen. Davon profitieren die Kinder und das gesamte Schulleben“.
Name verweist auf das Wohngebiet
Der neue Name greift nach Angaben der Stadt die Lage der Halle im Wohngebiet Mühlenberg auf. Der Stadtrat hatte die Namensgebung im Juli einstimmig beschlossen. Mit der offiziellen Benennung soll die Halle als Ort für Bildung, Sport und gemeinschaftliches Leben in Schleiden sichtbar verankert werden.
Wiederaufbau und Modernisierung
Nach Darstellung der Stadt dient die Maßnahme nicht nur der Wiederherstellung, sondern auch der zukunftssicheren Modernisierung der kommunalen Infrastruktur. Die Behebung der Flutschäden wird vollständig aus Mitteln des Wiederaufbaufonds von Bund und Land Nordrhein-Westfalen infolge der Hochwasserkatastrophe 2021 finanziert. Den verbleibenden Eigenanteil für gezielte Modernisierungsmaßnahmen trägt die Stadt Schleiden aus eigenen Mitteln.