Augenärztliche Versorgung in Radevormwald wird wiederaufgenommen
In Radevormwald soll die augenärztliche Versorgung wieder aufgenommen werden. Nach Angaben der Stadt hat ein Augenarzt von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) die Zusage für einen halben Kassensitz erhalten. Damit soll es wieder eine augenärztliche Versorgung vor Ort geben.
Der neue Praxisstandort steht bereits fest. Er wird derzeit renoviert und für den Praxisbetrieb vorbereitet. Sobald die notwendigen Voraussetzungen geschaffen und die noch erforderlichen Schritte abgeschlossen sind, soll die grundlegendste augenärztliche Versorgung wieder aufgenommen werden.
Die Stadt verweist darauf, dass die augenärztliche Versorgung in Radevormwald seit dem Ende der früheren Praxis schrittweise neu aufgestellt werden musste. Der bisherige Augenarzt mit vollem Kassensitz hatte seine Tätigkeit im Jahr 2022 beendet. Im Jahr 2023 entfiel den Angaben zufolge der volle Kassensitz für eine augenärztliche Praxis. Ein Arzt, der an einem vollen Kassensitz interessiert war, wurde von der KVNO abgelehnt. Daraufhin nahm die Stadt Gespräche zur Wiederherstellung der Versorgung auf.
Seitdem habe die Stadt viel Zeit in Gespräche, Abstimmungen und die Suche nach einer tragfähigen Lösung investiert, heißt es weiter. Zwischenzeitlich sei die Nachricht eingegangen, dass ein Augenarzt die Zusage für einen halben Kassensitz erhalten habe, um die grundlegendste Versorgung wieder aufzunehmen. Ursprünglich sei vorgesehen gewesen, dafür die Räume des ehemaligen Augenarztes zu nutzen. Die Stadt sei jedoch darüber informiert worden, dass nach dem Versorgungsauftrag neue Räumlichkeiten benötigt würden. Deshalb musste zunächst die Genehmigung durch die KVNO für einen neuen Standort geklärt werden.
Bürgermeister Dejan Vujinovic bezeichnet die Entwicklung als wichtigen Schritt. Die Wiederherstellung der augenärztlichen Versorgung sei der Stadt seit Beginn ein wichtiges Anliegen gewesen. Die Stadt könne den Betrieb einer Arztpraxis zwar nicht selbst einrichten oder genehmigen, setze sich aber dafür ein, dass die Rahmenbedingungen stimmten und notwendige Verfahren möglichst zügig vorankämen.
Nach Angaben der Stadt wird es mit der neuen Praxis wieder augenärztliche Versorgung vor Ort geben. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Kapazitäten begrenzter sein werden als bei der früheren Praxis. Vorrang sollen insbesondere Menschen erhalten, die nicht mobil sind und deshalb besonders auf eine wohnortnahe Versorgung angewiesen sind.
Hintergrund: Was bedeutet ein Kassensitz?
Damit eine Arztpraxis gesetzlich Versicherte regulär über die Krankenkassen behandeln und abrechnen kann, benötigt sie eine entsprechende Zulassung. Diese wird umgangssprachlich als Kassensitz bezeichnet. Die Größe des Kassensitzes bestimmt, in welchem Umfang eine Praxis für die Versorgung gesetzlich Versicherter vorgesehen ist.
Halber Kassensitz
Eine Praxis mit halbem Kassensitz darf gesetzlich Versicherte behandeln, verfügt dafür aber nur über einen halben Versorgungsumfang. Das bedeutet vor allem, dass weniger Sprechstunden und Behandlungskapazitäten für gesetzlich Versicherte angeboten werden können. Das „halb“ bezieht sich nicht auf die Behandlung des einzelnen Patienten. Wer einen Termin erhält, wird entsprechend der medizinischen Notwendigkeit untersucht und behandelt.
Voller Kassensitz
Ein voller Kassensitz bedeutet, dass eine Praxis über den vollen vorgesehenen Versorgungsumfang für gesetzlich Versicherte verfügt. Dadurch können mehr Sprechstunden und Behandlungskapazitäten angeboten werden. Auch ein voller Kassensitz bedeutet jedoch keine unbegrenzte Versorgungskapazität.