Spannende Funde in Rhade: Siedlungsspuren aus der Eisenzeit

Archäologische Ausgrabungen in Rhade bestätigen vorgeschichtliche Siedlungsspuren von 500 v. Chr. bis zur Römerzeit im Neubaugebiet Klever/Lembecker Straße.

Von Neues aus Dorsten2 Min. Lesezeit
Spannende Funde in Rhade: Siedlungsspuren aus der Eisenzeit

Foto: Neues aus Dorsten

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Nach zahlreichen Tagen intensiver Grabungsarbeit sind die archäologischen Ausgrabungen im Neubaugebiet Klever Straße / Lembecker Straße in Rhade erfolgreich abgeschlossen worden. Die Maßnahme erfolgte im Auftrag der Wirtschaftsförderung Dorsten (WINDOR), die die Spezialfirma EGGENSTEIN EXCA GmbH Dortmund mit den Arbeiten betraute. Die fachliche Aufsicht übernahm der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Funde bestätigen vorgeschichtliche Siedlungsspuren

Im Rahmen einer Voruntersuchung sollte nach Hinweisen auf eine vorgeschichtliche Siedlung gesucht werden. Angesichts bekannter Fundstellen in der Umgebung bestand bereits zu Beginn ein konkreter Verdacht, der sich durch die Ausgrabungen eindrucksvoll bestätigte. Das Untersuchungsgebiet umfasste rund 4.000 Quadratmeter, die in drei Arbeitsschnitte geteilt wurden.

Bereits beim Öffnen der ersten Grabungsabschnitte stießen die Archäologinnen und Archäologen unter einer 40 Zentimeter starken Schicht aus neuzeitlichem Plaggeneschutz auf die Grundrisse eines eisenzeitlichen Wohnstallhauses. Das Gebäude maß 25 mal 6 Meter und bestand aus 120 Holzpfosten. Besonders bemerkenswert war die gute Erhaltung der Spuren – so konnten unter anderem Details der ehemaligen Eingangssituation im verdichteten Lehm erkannt werden. Zu den Funden in diesem Bereich zählen Keramikfragmente, die zur zeitlichen Einordnung beitragen. Die Spanne reicht von der jüngeren Vorrömischen Eisenzeit bis zur Römischen Kaiserzeit (circa 500 v. Chr. bis 150 n. Chr.).

Überraschende Entdeckungen und deren Bedeutung

Im nördlichen Areal der Grabungsfläche entdeckte das Team eine schichtige Bodenverfärbung, die sich nach Profilschnitten als außergewöhnlich dichte Kulturschicht erwies. Diese Bodenschicht besteht hauptsächlich aus menschlichen Siedlungsabfällen wie Keramikscherben, Holzkohle und Tierknochen und weist auf ein langandauerndes Siedlungsgeschehen hin. Die Funde deuten darauf hin, dass in diesem Bereich mehrere Häuser einer dauerhaften Siedlungsgemeinschaft existierten – vermutlich sogar parallel oder noch älter als das entdeckte Haus.

Ein weiteres eindrucksvolles Grabungsergebnis ist eine rund 1,5 Meter tiefe, trichterförmige Grube, deren Boden eine große Tonschale enthielt. Die Tonwanne diente vermutlich als früher „Erdkühlschrank“ zur Lagerung verderblicher Lebensmittel. Das Gefäß wurde komplett geborgen und das Füllmaterial wird aktuell im Labor analysiert, um weitere Rückschlüsse auf die Nutzung ziehen zu können.

Öffentliche Information und weitere Schritte

Für Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Funde und die archäologischen Arbeiten interessieren, steht der LWL-Archäologische Fachbereich zur Verfügung.

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Die Grabungen führten zur Dokumentation von rund 200 bedeutenden archäologischen Befunden. Nachdem die Arbeiten abgeschlossen sind, wird das Gelände wieder verfüllt und für die geplante Erschließung des Neubaugebiets vorbereitet.

Fazit

Die Entdeckungen im Neubaugebiet Klever Straße / Lembecker Straße liefern wichtige Beiträge zur lokalen Siedlungsgeschichte – von der Vorrömischen Eisenzeit bis in die Römische Kaiserzeit. Mit dem Abschluss der Ausgrabungen werden die Weichen für die weitere bauliche Entwicklung des Gebiets gestellt, ohne dabei das Wissen um seine historische Bedeutung zu verlieren.

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