Kasper erzählt: Digitale Schatten an der GSW

Das Schreibprojekt „Geist der GSW“ an der Gesamtschule Wulfen verbindet Kreativität mit aktuellen Themen wie Cybermobbing – Schüler setzen sich literarisch und kritisch mit ihrer Schule auseinander.

Von Neues aus Dorsten2 Min. Lesezeit
Kasper erzählt: Digitale Schatten an der GSW

Foto: Neues aus Dorsten

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Ein außergewöhnliches Schreibprojekt an der Gesamtschule Wulfen bringt Fantasie, Erinnerung und aktuelle Themen wie Cybermobbing zusammen. Im Fokus steht die eigens entwickelte literarische Figur Kasper – der „Geist der GSW“ –, mit dem die Schüler der Jahrgänge 5 bis 10 nicht nur kreativ schrieben, sondern auch kritische gesellschaftliche Themen reflektierten.

Entwicklung einer einzigartigen literarischen Figur

Unter der Leitung von Janet Slemp – Honorarkraft der Schule, Studentin an der Bergischen Universität Wuppertal und ehemalige Schülerin der GSW – entstand über zehn Unterrichtsstunden hinweg das Projekt „Geist der GSW“. Mit Hilfe von Steckbriefen, Zeichnungen und Tagebucheinträgen verliehen die Jugendlichen Kasper eine eigene Persönlichkeit. Dabei wurde der Geist als fiktiver Zeitzeuge gestaltet, der seit dem Gründungsjahr 1973 durch die Flure der Schule spukt.

Die Schüler ließen Kasper in ihren fantasievollen Texten vergangene und aktuelle Ereignisse, wie etwa den Dachbrand von 2013, erleben. So verschmolzen reale Bezüge mit erfundenen Episoden zu einer abwechslungsreichen Mischung aus Fakt und Fiktion.

Schreibwerkstatt: Von der ersten Idee zum „Geistertagebuch“

Die Umsetzung erfolgte in mehreren Phasen: Schreibimpulse, Storyboards und Feedbackrunden halfen, die Texte zu strukturieren und gemeinsam an einem roten Faden zu arbeiten. Das fertige „Geistertagebuch“ vereinte die individuelle Handschrift aller Beteiligten und zeigte auf, wie kreativ und engagiert Schülerinnen und Schüler sich mit der eigenen Schule auseinandersetzen können.

Herauszuheben ist, dass das Projekt nicht nur auf literarische Aspekte setzte, sondern zugleich aktuelle Themen sensibilisierte und behandelte.

Cybermobbing als zentrales Thema

Ein besonders wichtiger Abschnitt des Projekts widmete sich dem Thema Cybermobbing. In Kaspers Tagebucheinträgen thematisierten die Schüler digitale Ausgrenzung und verletzende Kommunikation. Der Geist reflektierte nachdenklich über das soziale Miteinander und richtete einen Appell an mehr Achtsamkeit im Schulalltag.

Krönender Abschluss: Öffentliche Lesung im Forum der GSW

Zum Abschluss präsentierten die Schüler ihre Werke bei einer feierlichen Lesung vor großem Publikum im Forum der Gesamtschule Wulfen. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie viel Kreativität und Ernsthaftigkeit in dem Projekt steckte. Schulleiter Hermann Twittenhoff betonte, wie wichtig solche Erlebnisse für den lebendigen Charakter der Schule seien. Auch Susanne Öngören, Didaktische Leiterin, würdigte insbesondere das Zusammenspiel aus literarischer Arbeit, persönlicher Verbundenheit und kreativem Lernen.

Persönliche Rückkehr und Ausblick

Für Janet Slemp bedeutete das Projekt eine ganz persönliche Reise: Als ehemalige Schülerin der GSW kehrte sie mit neuen Perspektiven als Lehrende zurück und ermöglichte den Teilnehmern einen kreativen Zugang zu Literatur und gesellschaftlichen Fragestellungen. Gleichzeitig wurde die Schule als lebendiger Ort des Austauschs und der gemeinsamen Geschichten sichtbar.

Mit dem Projekt „Geist der GSW“ wurde die Gesamtschule Wulfen nicht nur zum Schauplatz kreativer Erzählungen, sondern auch zu einem Raum, in dem wichtige Themen wie Zusammenhalt und gegenseitige Rücksichtnahme einen Platz finden.

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