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31 Jahre ungelöst: Neuer Hoffnungsschimmer im Mordfall Seckin Caglar

„Aktenzeichen XY.ungelöst“ widmet sich erstmals dem Cold Case und ruft zur Mithilfe auf

Von Herold Hollywood

Am 25. Februar rückt ein bisher ungelöster Kriminalfall erneut ins Blickfeld der Öffentlichkeit: Die Ermittlungsgruppe Cold Cases aus Köln stellt in der Sendung "Aktenzeichen XY.ungelöst" erstmals den Mord an Seckin Caglar vor. Die Ausstrahlung soll neue Hinweise liefern und bundesweit die Aufmerksamkeit auf den Fall lenken, der seit Jahrzehnten die Ermittler und eine Familie beschäftigt.

Der Tathergang: Rückblick auf den 16. Oktober 1991

Seckin Caglar, damals 16 Jahre alt, befand sich am Abend des 16. Oktober 1991 auf dem Heimweg von ihrer Ausbildungsstätte. Die junge Frau hatte erst wenige Wochen zuvor mit ihrer Ausbildung im "Co-op"-Markt an der Siegburger Straße begonnen.

Laut Angaben der Angehörigen galt Seckin als fröhlich, hilfsbereit und fleißig. Gegen 18:40 Uhr stieg sie an der Haltestelle "Salmstraße" in die Stadtbahnlinie 7. Nach nur zwei Stationen verließ sie die Bahn an der Haltestelle "Poll-Autobahn", an der sie normalerweise von einem Familienmitglied abgeholt wurde. Doch an diesem Abend verpassten Vater und Tochter sich um wenige Minuten.

Sofort begann eine umfassende Suche nach der Vermissten, an der sich Einsatzkräfte, Familie und Freunde beteiligten. Doch die Suche blieb erfolglos: Am nächsten Morgen wurde Seckins Leiche nur wenige Meter von der Haltestelle entfernt aufgefunden. Die Umstände der Tat – wann und wo sie getötet wurde – sind weiterhin ungeklärt. Nach Einschätzung der Ermittler handelt es sich vermutlich um eine spontane Tat.

Ermittlungen mit modernen Methoden

Im März 2023 wurde eine großangelegte DNA-Reihenuntersuchung eingeleitet. Insgesamt wurden 355 Männer zu Speichelproben eingeladen, um anhand moderner Analyseverfahren, zum Beispiel zur Klärung von Verwandtschaftsverhältnissen, mögliche Übereinstimmungen zu identifizieren. Zeitgleich informierte die Ermittlungsgruppe Fahrgäste in der Stadtbahn und Anwohner entlang der Strecke mit sogenannten Swing-Cards über den Fall – auf denselben Wegen, die Seckin am Tattag genommen hatte.

Belastung für die Familie und Hoffnung auf neue Hinweise

Mehr als 31 Jahre nach der Tat bleibt der Mord an Seckin Caglar ungeklärt. Die andauernde Ungewissheit ist für die Familie eine erhebliche Belastung. Durch die erneute öffentliche Aufmerksamkeit erhoffen sich die Ermittler, dass Zuschauer der Fernsehsendung womöglich entscheidende Details beisteuern können, die bislang übersehen wurden.

Die Ausstrahlung bei "Aktenzeichen XY.ungelöst" soll als Katalysator dienen und möglicherweise neue Impulse für die Ermittlungsarbeit liefern. Die Ermittlungsgruppe appelliert an die Bevölkerung, auch kleine und scheinbar unbedeutende Beobachtungen, die mit dem Fall in Zusammenhang stehen könnten, an die Polizei zu melden.

Der Fall Seckin Caglar zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die Verbindung von moderner Kriminaltechnik und öffentlicher Beteiligung für die Aufklärung von Cold Cases sein kann.

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