KAIROS-Projekt mit Abschlussveranstaltung beendet

Abschluss von KAIROS im Autohaus Jürgens: In Bad Berleburg und Erndtebrück machte Mixed Reality Planungsprozesse greifbarer. Projekt endet Ende September.

Von Bad Berleburgs Redaktion2 Min. Lesezeit

Mit einer Abschlussveranstaltung im Autohaus Jürgens in Schameder ist das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Projekt „KAIROS“ abgeschlossen worden. Das Vorhaben lief in Bad Berleburg und Erndtebrück über gut drei Jahre und endet Ende September. Ziel war es, kommunale Planungsprozesse mit Mixed-Reality-Technologien verständlicher und greifbarer zu machen.

Bad Berleburgs Bürgermeister Volker Sonneborn sagte, Die Zukunft schon jetzt sehen, genau das mache KAIROS möglich. Aus abstrakter Stadtplanung werde etwas Konkretes und Sichtbares. So könne es gelingen, Menschen in Planungsprozesse einzubeziehen und die Lebensqualität vor Ort zu erhalten und weiter zu steigern. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Erndtebrück, Henning Gronau, hob hervor, dass das Projekt Planungsprozesse neu gedacht und einen konkreten Nutzen entfaltet habe.

Konkrete Projekte in beiden Kommunen

Nach Angaben der Projektbeteiligten haben Bürgerinnen und Bürger in beiden Kommunen konkrete Vorhaben nicht nur geplant, sondern auch in die spätere Umsetzung gebracht. In Bad Berleburg flossen Anregungen des Zukunftsrates mit zahlreichen Jugendlichen in die Planungen zur Neugestaltung des Marktplatzes ein. In Erndtebrück entwickelten Schülerinnen und Schüler der Realschule Ideen für die Neugestaltung ihres Schulhofs.

Ein weiterer Schritt in Erndtebrück war die Neugestaltung des Areals auf dem alten Friedhof; dort steht die Umsetzung noch aus. Auch die Gestaltungsansätze für das neue Areal des Odebornzentrums in Bad Berleburg wurden genannt.

Projektleitung und beteiligte Kommunen

Projektleiter Prof. Dr. Thomas Ludwig sagte, Ziel sei es gewesen, analoge Beteiligungsformate zu ergänzen und hybride Räume zu schaffen, weil vor allem junge Menschen nur selten an Bürgerbeteiligungen teilnähmen. Mixed Reality und analoge Formate zu kombinieren, sei sinnvoll, weil gerade jüngere Menschen damit zu begeistern seien. Ludwig koordinierte das Projekt zunächst für die Fernuniversität Hagen und später nach seinem Wechsel für die Universität Siegen.

Erndtebrücks Stadt- und Bauleitplaner Andreas Dreisbach ist zugleich mit Vera Lauber Projektleiter auf Erndtebrücker Seite. Julia Eitzenhöfer und Jens Steinhoff koordinierten den KAIROS-Prozess auf Bad Berleburger Seite.

Demonstrator statt fertiges Produkt

Zum Abschluss des Projekts betonten die Beteiligten, dass daraus kein fertiges Produkt entstanden sei. Nach den Worten von Thomas Ludwig sind Forschungsförderungen so angelegt, dass Demonstratoren entstehen, die der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Unternehmen könnten die Ideen aufgreifen und daraus ein Geschäftsmodell entwickeln.

Prof. Dr. Jörg Muschiol von der netzfactor GmbH sagte, das Projekt müsse aus der Laborumgebung in die Projektentwicklung überführt werden, um daraus eine Software zu schaffen. Künstliche Intelligenz könne dabei ein möglicher Schlüssel sein. Erndtebrücks Stadt- und Bauleitplaner Andreas Dreisbach betonte, die Erkenntnisse aus dem Prozess seien extrem wertvoll und wichtig. Er gehe davon aus, dass der Demonstrator noch des Öfteren zum Einsatz kommen werde.

Als weitere Anknüpfungspunkte nannte Thomas Ludwig unter anderem Klimaanpassung, Dürre, die Wälder, zivile Sicherheit und Fluchtwege auf Großveranstaltungen wie dem Stünzelfest. Auch Hochwasserszenarien oder andere Extremwetterereignisse könnten mit dem Werkzeug simuliert werden.

Das Projekt KAIROS wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

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