Mehrheit für Verlängerung von Grenzkontrollen über September hinaus
ARD-DeutschlandTREND: 71 Prozent sprechen sich dafür aus – Meinungsbild auch zu Abschiebezentren außerhalb der EU gespalten
Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet laut einer repräsentativen Umfrage für den ARD-DeutschlandTREND eine Verlängerung der Grenzkontrollen an den deutschen Grenzen über September hinaus. 71 Prozent halten das für richtig, 24 Prozent für falsch.
Die Erhebung von infratest dimap wurde von Montag bis Mittwoch dieser Woche unter 1.297 Wahlberechtigten durchgeführt. Konkret fand die Befragung vom 3. bis 5. August 2026 statt.
Mehrheit für längere Grenzkontrollen
Innerhalb der Europäischen Union gilt grundsätzlich das Prinzip offener Grenzen. Seit 2024 werden an allen deutschen Grenzen befristete Kontrollen durch die Bundespolizei durchgeführt, um die irreguläre Zuwanderung zu begrenzen. Diese Kontrollen wurden bereits mehrfach verlängert und laufen nach derzeitigem Stand im September aus.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat in der vergangenen Woche angekündigt, die Kontrollen verlängern zu wollen. Dafür erhält er in der Umfrage mehrheitliche Zustimmung.
Besonders hoch ist die Zustimmung unter Anhängern der AfD mit 94 Prozent. Unter Anhängern der Union sprechen sich 77 Prozent dafür aus, unter Anhängern der SPD 74 Prozent. Mehrheitliche Ablehnung kommt dagegen von Anhängern der Grünen mit 64 Prozent und der Linken mit 58 Prozent.
Mehrheit bevorzugt europäischen Ansatz in der Flüchtlingspolitik
Grundsätzlich hält eine Mehrheit der Deutschen im Umgang mit Flüchtlingen einen gemeinsamen europäischen Ansatz für sinnvoll. 59 Prozent sprechen sich dafür aus. Jeder Dritte, 33 Prozent, hält stattdessen eigene nationale Lösungen für sinnvoller.
Geteilte Meinung zu Abschiebezentren außerhalb der EU
Zur geplanten Einrichtung von Abschiebezentren außerhalb der Europäischen Union fällt das Meinungsbild differenzierter aus. 49 Prozent sehen diesen Weg als richtige Richtung, 38 Prozent als falsche Richtung.
Hintergrund ist ein Beschluss der EU vom Juni. Demnach sollen Abschiebezentren in Nicht-EU-Staaten eingerichtet werden, in die abgelehnte Asylsuchende überstellt werden können. Nach Angaben der Pressemitteilung können ausreisepflichtige Personen derzeit unter bestimmten Umständen trotz abgelehnten Asylantrags in der EU bleiben, etwa wenn Herkunftsländer eine Wiederaufnahme ablehnen.
Unter den Anhängern der AfD stößt die Maßnahme mit 73 Prozent auf mehrheitliche Zustimmung, unter Anhängern der Union mit 57 Prozent ebenfalls. Bei Anhängern der SPD sind 39 Prozent dafür und 48 Prozent dagegen. Mehrheitliche Ablehnung kommt von Anhängern der Grünen mit 70 Prozent und der Linken mit 67 Prozent.
Daten der Befragung
- Grundgesamtheit: Wahlberechtigte ab 18 Jahren in Deutschland
- Fallzahl: 1.297 Befragte
- Erhebungszeitraum: 3. bis 5. August 2026
- Erhebungsverfahren: zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung
- Schwankungsbreite: 2 bis 3 Prozentpunkte
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